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Burgschule

Lange Jahre hatte unser Verein keine eigene, feste Bleibe. Partyräume, Werkstätten, Scheunen, Keller und andere leer stehende Räumlichkeiten unserer Mitglieder mussten herhalten. Gesucht wurde hauptsächlich ein Raum, den wir als Werkstatt und Lager nutzen konnten; wurden von uns doch schon immer Nisthilfen und Ausstellungsstücke in eigener Regie und im Eigenbau hergestellt. Immer wieder "wurden die Ohren gespitzt", ob sich nicht irgendwo in unserer Gemeinde ein geeignetes Objekt anbot.

Eines der umworbenen Räumlichkeiten war 1985 die alte Kläranlage in Hain-Gründau. Leider, oder aus heutiger Sicht "zum Glück", wurde daraus nichts.
Im Jahre 1991 erfuhren wir von dem Beschluss des Main-Kinzig-Kreises eine neue Grundschule in Hain-Gründau zu errichten. Wir schrieben sofort die Gemeinde an, mit der Bitte uns mitzuteilen, wie die künftige Nutzung der Burgschule vorgesehen sein sollte. Parallel zu uns hatte auch der Männergesangverein Hain-Gründau und die Kirchengemeinde ihr Interesse an einzelnen Räumen bekundet. Lange Zeit tat sich nichts, erst spät im Jahr 1991 lud die Gemeinde zu einer gemeinsamen Besprechung ein, in der dann unsere beiden Mitbewerber ihre Raumansprüche zurückzogen. Nach intensiven Gesprächen mit dem Bürgermeister sollte unserem Wunsch entsprochen werden, das komplette Erdgeschoss durch unseren Verein nutzen zu können.

Da kam uns die Weltpolitik dazwischen. Die alte Burgschule sollte als dringend benötigte Unterkunft für Asylbewerber dienen. Nun hieß es warten und zittern. Glücklicherweise wurde für das Thema Asylbewerber eine andere Lösung gefunden, unser Warten wurde belohnt. Im Herbst 1993 konnten wir unser neues Vereinsheim Burgschule beziehen. Wir begannen sofort damit, die Räumlichkeiten unseren Bedürfnissen anzupassen. Zuerst wurde das Lager und die Werkstatt eingerichtet. Hier musste eine Zwischenwand eingezogen und neue Regale gebaut werden. Eine neue Elektroinstallation war genauso notwendig wie die Erneuerung des Wasseranschlusses. Umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden in den Toiletten durchgeführt. Die ehemaligen Bubentoiletten wurden in vielen Arbeitsstunden zur Küche umgebaut und entsprechend ausgestattet. Nach der Küche wurde die verbliebene Toiletten-Anlagen renoviert. Auch hier mussten vollständig neue Installationsleitungen verlegt werden.

Die ersten Planungen der Renovierungsarbeiten gingen immer noch davon aus, dass die obere Etage durch einen anderen Mitbewohner genutzt werden sollte. Nachdem sich mit unserem "Mitbewohner im ersten Stock" nichts tat, stellten wir im April 1994 bei der Gemeinde einen Antrag auf die Nutzung der oberen Räume der Burgschule. Diesem Antrag wurde in der Sitzung der Gemeindevertretung im Juni 1994 stattgegeben. Mit dem neuen Pachtvertrag, der am 27.06.1994 abgeschlossen wurde, konnten wir nun die gesamten Räume der Burgschule ab dem 1.7.1994 nutzen.

Nachdem nun die organisatorischen Probleme mit dem Erwerb der ?Burgschule? gelöst waren, begannen wir umgehend mit der Renovierung der weiteren Räume. In der oberen Etage sollten auf der linken Seite ein Büroraum sowie ein Vorstandszimmer entstehen. Mit großem Eifer gingen wir ans Werk. Immer wieder galt es, kleinere aber auch größere Probleme zu lösen. So stellte sich unter anderem heraus, dass einer der tragenden Deckenbalken morsch war. Unter großem Aufwand wurde das 8 Meter lange Ungetüm ausgetauscht. Aber irgendwann hatten wir es geschafft. Seit dieser Zeit finden alle Besprechungen und Vorstandssitzungen im Vorstandszimmer statt. Im Erdgeschoss wurde aus dem verbliebenen Klassenzimmer unser großer Versammlungsraum, nach und nach ausgestattet mit allem was man hierzu braucht. Hier üben nun die Stoppelhopser, hier trifft sich unsere Jugendgruppe, hier finden unsere Info-Abende statt, hier wird auch ab und zu gefeiert, kurzum, hier entstand der Mittelpunkt unseres Vereins.
Im Verlauf der letzten beiden Jahre haben wir uns verstärkt um die Gestaltung des Außenbereiches gekümmert. Teile des alten Schulhofes wurden entsiegelt. Eine Buchenhecke, sowie eine Kastanie und eine Linde, die bereits bei einer Aufführung unserer Theatergruppe ihren Dienst tat, wurden gepflanzt. In 1998 kamen noch eine bepflanzbare Mauer, ein Steinhaufen und eine Kräuterschnecke hinzu. An den Außenwänden treiben Wilder Wein, Efeu und andere Kletterpflanzen der Sonne entgegen. 1999 begannen wir außerdem, die Außenfassade zu renovieren. An vielen, zum Glück meist sonnigen Samstagen, trafen sich tatkräftige Mitglieder, um alle Fenster und Türen neu zu streichen. Der Vorbau wurde gesäubert, entrostet und ebenfalls neu gestrichen.

Das vorerst letzte Kapitel ist die Renovierung des Treppenhauses. Die Treppe hat einen neuen Farbanstrich erhalten, der Vorraum im ersten Stock bekam einen neuen hölzernen Fußbodenbelag und ein neues Treppengeländer wurde angebracht.