Homepage des VNH 1975 e.V.

Backhaus

Foto-Design: Julia R. Port     



Anno 1839 wurde von der damals noch selbständigen Gemeinde Hain-Gründau ein Backhaus erbaut, damit sich die Bürger selbst mit dem Grundnahrungsmittel Brot versorgen konnten. Jahre später ging der sogenannte wirtschaftliche Aufschwung auch an unserem Backhaus nicht spurlos vorüber. Dank neuer Maschinen wurde das Brot aus den örtlichen Bäckereien preiswerter. Bald galt für die Hain-Gründauer Bürger: "Selber backen lohnte sich nicht mehr" und sie stellten im Jahre 1935 den Betrieb des alten Backhauses ein.

Jahrzehntelang stand das "Alte Backhaus" leer. Mehrmals wechselte es den Besitzer. Auch die Idee auf dem Gelände einen neuen Friseursalon zu errichten fruchtete zum Glück nicht, obwohl Friseur Johann Maul schon einzelne Steine des Backhauses mit der Inschrift "1839" an einen Antiquitätenhändler veräußert hatte. Dem mittlerweile fast baufällig gewordenen Backhaus drohte der Abriss. Dies zu vereiteln und das "Alte Backhaus" zu retten, wurde zum erklärten Ziel von Herrn Erich Dietz. Getreu seinem Motto: "Naturschutz und Denkmalschutz gehören zusammen und gehen Hand in Hand, denn wer seine Heimat und deren Kultur liebt, der schützt auch deren Natur", suchte und fand er 1983 in uns einen Verein, der sich zukünftig um das Gebäude kümmern und es seiner ursprünglichen Aufgabe wieder zuführen sollte.

Mit Tatendrang allein konnten wir dies nur schwer leisten und chronischer Geldmangel in der Kasse war keine Seltenheit. Dank des persönlichen Einsatzes von Frau Ministerin Dr. Vera Rüdiger, die zufällig von unserer Misere erfuhr, konnte uns ein Zuschuss in Höhe von 10.000 DM von der Hessischen Landesregierung vermittelt werden. Die Gemeinde Gründau steuerte auch noch 1.500 DM bei. Freunde und Gönner beteiligten sich mit diversen Sachspenden und Dienstleistungen. Dank unserer gemeinsamen Anstrengungen konnte am 1. September 1984 das "Alte Backhaus" mit einer kleinen Feierstunde wieder eröffnet werden.

Mittlerweile ist das jährliche Backfest zur Tradition geworden. Die Feste wurden in der "Fressgass" in direkter Nähe zum Backhaus gefeiert. Das Angebot erweiterte sich; zu den leckeren Kuchen und Broten gesellten sich noch Pizza und Schweinshaxen - frisch aus dem Backhaus. Die Resonanz aus der Bevölkerung stieg stetig - das urige Festzelt musste in den letzten Jahren mehrmals erweitert werden. Von Anfang an stellte Familie Steinborn auf ihrem Grundstück Räumlichkeiten zur Verfügung. Ohne dieses Entgegenkommen wären unsere Backfeste nur schwer durchzuführen gewesen. 1994 wurde erstmals auf dem ehemaligen Schulhof der Burgschule und damit auf vereinseigenem Gelände gefeiert.

Über die Jahre ist der Ofen alt und nun eine vollständig Renovierung unseres Ofens notwendig geworden, aber dass ist eine andere Geschichte.